Funktionsdiagnostik / CMD (Cranio Mandibuläre Dysfunktion)

Unter Cranio Mandibulärer Dysfunktion versteht man eine Funktionsstörung zwischen dem Schädel (= Cranium) und dem Unterkiefer (= Mandibula). Ober- und Unterkiefer stehen in unphysiologischer Weise zueinander, was zu einer falschen Bisslage und zur Druckerzeugung auf die umliegende Muskulatur führt. Dadurch kommt es zu Schmerzen an Zähnen und an Kieferknochen, aber auch, und das beeinträchtigt die PatientInnen oft noch mehr, zu Kopf- und Nackenschmerzen. Die Kaukraft des Menschen ist nicht zu unterschätzen, sie liegt im Normalfall zwischen 400-800 Newton, bei nächtlichem Pressen oder Knirschen kann sie sich auf das 10-fache erhöhen.

Eine rechtzeitige Diagnose einer CMD und ihre fachgerechte Behandlung sind äußerst wichtig, um die Therapiezeit zu verkürzen und Spätfolgen zu verhindern. 

 

Schritte in der Funktionsdiagnostik bei CMD

Nach sorgfältiger Anamnese wir zunächst ein erster Belastungstest durchgeführt, auf den die instrumentelle Analyse folgt. Dazu wird im Abdruckverfahren ein genaues Modell des Gebisses angefertigt, das in einen Kieferbewegungsbogen eingespannt und dem Patienten/der Patientin eingesetzt wird. Damit ist sowohl die Aufzeichnung der Bewegungsabläufe der Kiefer als auch der Vergleich mit der angestrebten idealen Position möglich. Die Ergebnisse der Anamnese und dieser instrumentellen Analyse fließen in die Herstellung einer Aufbissschiene ein.

Behandlung

Die individuell und sehr präzis angefertigte Aufbissschiene ist eine Sofortmaßnahme bei einer festgestellten CMD. Sie bringt schnelle Abhilfe in Form einer Druckverminderung, sorgt für Entspannung und Schmerzlinderung, wirkt korrigierend auf die Fehlposition und stoppt weitere Schädigungen wie z. B. Arthrose. Der wichtigste Faktor ist jedoch, dass der/die PatientIn über die funktionstherapeutische Schiene seine eigentliche physiologische Zentrik finden kann.

Haben sich die Symptome durch das Tragen der Schiene gebessert, besteht bei weitgehend gesunder Zahnsituation die Möglichkeit, mit einer kieferorthopädischen Maßnahme die neue Unterkieferposition zu festigen. Bei bestehendem Zahnersatz kann dieser an die neue Situation angepasst werden. Möglich ist jedoch auch, die Schiene bei zu erwartendem Stress vorübergehend und vorbeugend zu tragen.

Welche Maßnahme für Sie in Frage kommt, können wir etwa 6 Monate nach einer Neuerhebung Ihrer Zahnsituation erwägen und entsprechende Empfehlungen geben.

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei CMD

Wir sind im Interesse unserer PatientInnen um eine Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen bemüht. Dies sind u. a.

  • Orthopäden
  • Logopäden
  • Hals-Nasen-Ohrenärzte
  • Neurologen
  • Psychotherapeuten
  • Osteopathen und Physiotherapeuten
  • TCM-Praxen (Traditionelle Chinesische Medizin)